Kanadisches Bisonfleisch
Einst bedeckten sie die amerikanische Prärie wie ein dunkles Gewand. Die Trapper sagten, sie hörten sie schon lange, bevor sie sie hören konnten. Zuerst erschütterte das Trommeln der Hufe den Boden, dann stieg ein Staubschleier am Horizont auf. Schließlich waren sie da, Büffel, so weit das Auge sehen konnte, manchmal für Meilen. Für die Indianer waren die Büffel ein Geschenk des "Großen Geistes". Sie lebten mit Ihnen gemeinsam in diesem Land, und die Tiere gaben ihnen alles, was sie brauchten. Fleisch als Nahrung, Leder für die Kleidung und die Tippis, Sehnen als Zwirn, Knochen als Nadeln, Hörner als Becher. Kein Teil des Büffels blieb ungenutzt. Dann kam der weiße Mann. Auch er brauchte den Büffel erst als Nahrung. Dann merkte er, daß man mit den Häuten viel Geld machen konnte, und es setzte das erste Schlachten ein. Manche Jäger prahlten damit, daß sie am Tag Tausende von Büffeln dahinmetzelten. Die Eisenbahn erleichterte das Morden. Vom Wagon aus schossen die Männer wahllos auf die Tiere. Es war ein Blutrausch. Um die Schlächter wurden Helden-Legenden gesponnen.

Wer kennt den Namen von Buffalo Bill nicht. In Groschen-Heften wurden seine Taten erzählt. Mit seiner Western-Show kam er bis nach Europa. Doch Show und Hefte hatten einen Nachteil. die historische Wahrheit hatte in ihnen keinen Platz. Männer wie Buffalo Bill waren es, die die Zahl der Büffel von rund 60 Millionen auf ein paar Hundert dezimierten. Und die Indianer hungerten. So um das Jahr 1860 kamen die ersten verantwortungsbewußten Ranger darauf, daß die Büffel nicht ausgerottet werden durften. Sie begannen, einzelnen umherstreifenden Tieren auf ihrem Privatgrund Schutz zu gewähren. Sie begannen, sie sogar zu züchten, um das gesunde und hervorragend schmeckende Fleisch zu gewinnen. Aus dem Artenschutz wurde auch ein Geschäft. Auch die Regierungen sahen ein, daß es mit der Ausrottung nicht so weitergehen durfte. Sie wiesen Schutzgebiete aus, in denen es strikt verboten war, Büffel zu jagen. Und ganz langsam erholte sich der Bestand wieder. Heute ziehen wieder rund 125.000 der zotteligen Tiere über das Land, sei es auf privaten Gebieten, sei es in öffentlichen Reservaten.